Der Test von html5test.com, welcher die Kompatibilität eines Browsers mit dem neuen Webstandard HTML5 überprüft, sorgt derzeit für große Diskussionen im Netz. Das liegt allerdings nicht nur daran, dass der Internet Explorer das Ende der Liste schmückt.

Zunächst allgemein  zu HTML5: Da der letzte offizielle Webstandard (HTML 4.01) aus dem Jahre 1999  stammt, wird derzeit eine zeitgemäße Variante, eben HTML5, entwickelt. Für diesen Schritt ist das “World Wide Web Consortium” (W3C) verantwortlich, welches versucht die gängigen Funktionen (z.B. Video- und MP3-Wiedergabe), für die derzeit Drittanbieter-Plugins zuständig sind, direkt in die HTML-Programmierung zu integrieren.

Nun aber zum erwähnten HTML5-Test. Dieser testet aufgrund verschiedener Kriterien, ob der verwendete Browser zukunftssicher für den neuen Webstandard ist. Dabei sollte man bedenken, dass HTML5 wohl noch einige Jährchen in der Entwicklung verbringen wird, bevor es wirklich eingesetzt werden sollte. Nun, das hat sich Microsoft eben auch gedacht, weshalb selbst die Beta des neuen Internet Explorer 9  laut  Testergebnis nur 19 (!) von möglichen 160 Punkten erreicht.

Die aktuellen Versionen von Firefox, Opera, Safari und Chrome erreichen hierbei mindestens 100 Punkte. Das Feld führen derzeit die neuesten Betaversionen von Chrome (5.0.371.0) und Safari (r55990) an. Bei Handy-Browsern befindet sich IPhone OS (4.0) vor Android (2.0 – 2.1).

Nach diesen Testergebnissen bleibt zu hoffen, dass sich Microsoft noch dazu entschließt mit den anderen Entwicklern gleichzuziehen.  Denn ansonsten müssen Webdesigner, wie es derzeit der Fall ist (ja, auch bei Hightech Journal), auf eigene CSS-Dateien und HTML-Workarounds zurückgreifen, damit in Internet Explorer die Seite korrekt angezeigt wird. Dies könnte die Entwicklung des neuen Webstandards durch den hohen Marktanteil von Microsofts Browser durchaus verlangsamen bzw. stoppen.

Der hier angeführte HTML5-Test ist allerdings sehr mit Vorsicht zu genießen. Wer sich die Ergebnisse genauer ansieht wird feststellen, dass unter anderem die Unterstützung von zum Teil kostenpflichtigen Codecs (z.B. der H.264 Videocodec) getestet wird. Über dessen Verwendung ist man sich jedoch noch überhaupt nicht einig, da dies Lizenzgebühren mit sich führen würde, die für Open Source Browser nicht leistbar wären. Firefox, Opera & Co. kämpfen daher derzeit für die Integrierung von offenen Standards wie etwa .ogg.