Wenn die Grafikkarte kühl genug läuft, lässt sie sich in Spielen problemlos übertakten. Jedoch beim Surfen im Internet oder bei sonstigen Office-Arbeiten wird die Leistung einer Grafikkarte überhaupt nicht benötigt. Daher kann man in so einem Fall auch untertakten um Strom zu sparen und die Lebensdauer zu erhöhen. Aber wäre es nicht praktisch, wenn die Grafikkarte das von selber regeln könnte?

Diese Funktion unterstützen zum Glück schon einige ATI-Karten und nennt sich PowerPlay. Dabei wird die Grafikkarte heruntergetaktet, wenn sie nicht benötigt wird und wieder hochgetaktet wenn ihre volle Leistung vonnöten ist.

Altere und Geforce-Karten besitzen leider kein solches Feature. Doch keine Sorge, dies lässt sich problemlos über den RivaTuner einprogrammieren. Wie das genau funktioniert wird euch Schritt für Schritt in diesem Artikel erklärt.

1.Schritt – Rivatuner runterladen und installieren:

Ladet euch den RivaTuner unter HIER herunter und installiert ihn. Gegebenenfalls könnt ihr auch die deutsche Sprachdatei installieren, indem ihr diese in den RivaTuner-Ordner schiebt und bei Sprachen anschließend „Deutsch“ auswählt. Die Datei dazu findet ihr im PCGamesHardware-Forum.

2. Schritt – Takt-Profile erstellen:

Geht unter „Driver settings“ auf „System settings“. Nun befindet ihr euch unter dem Reiter „Overclocking“. Wählt hier ganz oben „enable driver-level hardware overclocking“. Ob ihr in der darauffolgenden Nachricht mit „Reboot“ neustartet oder „Detect now“ klickt ist eigentlich relativ egal. Wählt nun bei den Reglern den niedrigsten Takt bei „Core clock“ und „Memory clock“. Die Werte sollten jedoch nicht 200 bzw. 300 unterschreiten.

Dies ist euer Takt für den Office-Betrieb. Damit dieser auch bereits beim Booten von Windows läuft, macht unter „Startup settings“ bei „Apply overclocking at Windows startup“ einen Hacken. Nun klickt noch auf „Übernehmen“ und vergebt über den Klick auf die Diskette bei „Overclocking profile settings“ dem Profil den Namen „UC“ (für UnderClocked).

Wählt anschließend den Takt den ihr bei Spielen verwenden wollt und speichert die Einstellungen unter dem Profil „OC“ (für OverClocked). Achtet hierbei darauf den Wert nicht zu hoch zu stellen, da sonst eure Grafikkarte schön verbruzzelt. Dafür übernehme ich keine Haftung ;)

Daher solltet ihr zunächst das Overclocking-Potential eurer Grafikkarte kennen. Sollte dies nicht der Fall sein, wählt einfach den Standardtakt den die Grafikkarte von Haus aus hat.

Riva Tuner

3. Schritt – Launcher:

Geht nun unter den Reiter „Launcher“ und drückt auf das grüne Plus. Wählt „Regular item“ und daraufhin öffnet sich ein Fenster zum Einstellen von „Items“. Hier gebt ihr nun oben bei Name „UC“ ein und macht einen Haken bei „Associated overclocking profile“. Wählt dort dann das passende Profil, in diesem Fall „UC“ und es sollte „driver-level“ ausgewählt sein. Anschließend bestätigt ihr mit „Ok“. Das gleiche macht ihr nun auch mit „OC“.

Riva Tuner 2
Riva Tuner 3

4. Schritt – Hardware Monitoring:

Damit RivaTuner auch erkennt, ob ihr gerade ein Spiel spielt oder einen Text in Word verfasst, müsst ihr zunächst einen Wert bei Hardware Monitoring aktivieren. Dieser nennt sich „Hardware acceleration“ und ist unter dem „Main“-Reiter, unter „Customize“ bei „Target Adapter“ und schließlich unter „Hardware Monitoring“ zu finden. Um ihn zu aktivieren, klickt auf „Setup“ und macht bei „Data sources“ neben „Hardware acceleration“ einen Haken. Der Wert springt nun auf 1, wenn eine 3D-Anwendung gestartet wird. Verlasst darauf hin wieder das Hardware Monitoring Menü und geht somit zurück zum „Main“-Fenster von RivaTuner.

Riva Tuner 4

5. Schritt – Scheduler:

Geht nun unter den Reiter „Scheduler“ und klickt auf das grüne Plus. Bei Task gebt ihr „UC“ ein. Wählt im oberen Drop-Down Menü „item“, bei „Name“ das gewünschte Item, also „UC“ aus. Jetzt geht bei „Schedule-Run task“ auf „on hardware monitoring threshold event“ und wählt bei „Data Source“ den eben aktivierten Wert „Hardware acceleration“ aus. Gebt jetzt noch bei „Threshold“ den Wert 0.5 (dazwischen Punkt, nicht Komma) ein. Wählt zum Schluss noch bei „Direction“ „downward“ aus. Damit wird das untertacktete Profil aktiv, wenn der Wert „Hardware acceleration“ weniger als 0.5 ausgibt, sprich keine 3D-Anwendung aktiv ist (daher der Wert also 0 beträgt). Wiederholt das ganze jetzt mit „OC“, nur gebt bei „Direction“ stattdessen „upward“ ein, sodass wenn der Wert 1 beträgt das Overclocking-Profil gestartet wird.

Riva Tuner 5

6. Schritt – Rivatuner Autostart:

Damit ihr nicht jedes Mal RivaTuner starten müsst, damit diese Einstellungen aktiv werden, geht unter „Settings“, unter „RivaTuner startup settings“ und macht einen Haken bei „Run at Windows startup“ und wählt „via Startup registry key“. Außerdem macht noch einen Haken bei „Send to tray on close“, damit RivaTuner immer läuft um zb. eben die Takt-Profile zu wechseln.

Riva Tuner 6

7. Schritt – RivaTuner Statistics Server Autostart:

Damit RivaTuner auch jederzeit die richtigen Informati
onen zum Einstellen der Takt-Profile hat, muss man ein Programm namens „RivaTuner Statistics Server“ laufen lassen. Dazu öffnet ihr das Programm welches sich im Ordner von RivaTuner befindet. Anschließend wird in eurer Taskleiste ein RivaTuner-Symbol mit einem grünen Pfeil auftauchen. Rechtsklickt darauf und klickt „Setup“. Hier macht ihr ganz oben bei „Server settings“ einen Haken bei „Run at Windows startup“.

Riva Tuner 7

Ihr habt jetzt soeben ein eigenes „PowerPlay“ für eure Grafikkarte einprogrammiert. Damit läuft eure Grafikkarte immer nur dann auf Hochtouren, wenn sie gerade gebraucht wird.