Oftmals sind die Lüftereinstellungen der Grafikkarten eher unbefriedigend bzw. funktionieren in manchen Fällen nicht einmal richtig (zb. Geforce 8800GTS). Aber keine Sorge, zum Glück kann man mithilfe des RivaTuners seine eigenen Lüftereinstellungen erstellen.

RivaTuner ist ein sehr umfangreiches Tool, bei dem auch bestimmte Vorgänge einprogrammiert werden können. Darunter fällt auch die Lüftersteuerung. Dieses Tutorial stellt in einzelnen Schritten vor, wie dies funktioniert.

1.Schritt – Rivatuner runterladen und installieren:

Ladet euch den RivaTuner unter HIER herunter und installiert ihn. Gegebenenfalls könnt ihr auch die deutsche Sprachdatei installieren, indem ihr diese in den RivaTuner-Ordner schiebt und bei Sprachen anschließend „Deutsch“ auswählt. Die Datei dazu findet ihr im PCGamesHardware-Forum.

2. Schritt – Lüfter-Profile erstellen:

Geht unter „Driver settings“ auf „System settings“ und unter den Reiter „Fan“. Wählt hier ganz oben „direct controll“. Den Regler für Performance 3D schiebt ihr nun auf die gewünschte Stärke, zb. 60 und drückt anschließend „Übernehmen“. Nun drückt auf die Diskette (=“Save fan profile“) unter „Fan profile settings“ und speichert das Profil in diesem Fall als „Fan 60“ ab. Das wiederholt ihr jetzt mit 70, 80, 90, 100 bzw. je nachdem mit welchen Schritten der Lüfter gestuft werden soll. Bestätigt anschließend mit Ok um wieder ins Hauptfenster zurückzukehren.

Fan Einstellungen

3. Schritt – Launcher:

Geht nun unter den Reiter „Launcher“ und drückt auf das grüne Plus. Wählt „Regular item“ und daraufhin öffnet sich ein Fenster zum Einstellen von „Items“. Hier gebt ihr nun oben bei Name zb. Fan 60 ein und macht einen Haken bei „Associated fan profile“. Wählt dort dann das passende Profil, in diesem Fall Fan 60 und es sollte „driver-level“ ausgewählt sein. Anschließend bestätigt ihr mit „Ok“. Das macht ihr nun auch mit allen anderen Profilen, also mit Fan 70, 80, 90 und 100. Solltet ihr 100 als letztes gemacht haben, wird euch auffallen, dass der Lüfter nun mit 100% läuft. Dies passiert, da mit dem Launcher nun das Item „Fan 100“ als letztes aktiviert wurde. Doppelklickt einfach auf das Item in der Liste, welches die normale Lüftergeschwindigkeit beinhaltet (in diesem Fall Fan 60) und der Lüfter läuft wieder in gewohnter Geschwindigkeit.

Fan Einstellung 2
Fan Einstellungen 3

4. Schritt – Scheduler:

Geht nun unter den Reiter „Scheduler“ und klickt auf das grüne Plus. Wählt im oberen Drop-Down Menü „item“, bei „Name“ das gewünschte Item, zb. Fan 60 und wählt bei „Schedule-Run task“ „on hardware monitoring range event“. Solltet ihr jetzt dann gefragt werden, ob ihr das „background hardware monitoring“ aktivieren wollt, dann bestätigt mit „Yes“, damit der Scheduler auch die nötigen Informationen bekommt (zb. Core Temperatur der Grafikkarte). Bei „Date source“ wählt ihr jetzt „Core temperature“ und wählt bei welchen Kern-Temperaturen der Grafikkarte diese Lüfter-Einstellung aktiv sein soll (also Fan 60). In Falle einer „Geforce 8800GTS 640“ wäre also 0 bei „Range min“ und 60 bei „Range max“ zu empfehlen. Ihr könnt aber ohne Probleme andere Temperaturen wählen. (Bei Bedarf könnt ihr euch diese Einstellung auf dem „Hardware monitoring-Graphen“ anzeigen lassen, den ihr unter Main > Target Adapter > Customize > Hardware Monitoring findet) Jetzt macht das gleiche noch für die anderen Fan-Items, also Fan 70, 80, 90 und 100. Zb. so:

Fan 60 = 0-60°C

Fan 70 = 63-70°C

Fan 80 = 72-76°C

Fan 90 = 79-84°C

Bei Fan 100 wählt ihr bei „Schedule-Run task“ NICHT „on hardware monitoring range event“ sondern „on hardware monitoring threshold event“, wählt wieder „Core temperature“ und in diesem Fall 86°C und bei „Direction“ upward. Damit läuft der Lüfter bei 100% falls die Grafikkarte über 86°C läuft.

Fan Einstellungen 4Fan Einstellungen 5

Hinweis: Zwischen den Einstellung immer 2-3°C Unterschied lassen, damit die Lüftergeschwindigkeiten nicht dauernd herum springen. Dadurch läuft bei diesen nicht festgelegten 2-3°C die zuletzt gerade laufende Lüftereinstellung.

Hinweis: Ihr könnt die Lüfterstärke und die Temperatur-Einstellung so einstellen wie ihr möchtet. Die Temperatur einer Grafikkarte sollte allerdings wenn möglich nicht 100°C überschreiten und am besten maximal 90°C heiß werden. Seid also vorsichtig und lasst den Lüfter lieber zu stark laufen. Ich übernehme keine Haftung für verkohlte Grafikkarten, weil der Lüfter auf 5% lief.

5. Schritt – Rivatuner Autostart:

Damit ihr nicht jedes Mal den Rivatuner starten müsst, damit diese Einstellungen aktiv werden, geht unter „Settings“, unter „RivaTuner startup settings“ und macht einen Haken bei „Run at Windows startup“ und wählt „via Startup registry key“. Außerdem macht noch einen Haken bei „Send to tray on close“, damit RivaTuner immer läuft um zb. eben die Lüfter-Profile zu wechseln.

Riva Tuner 6

6. Schritt – RivaTuner Statistics Server Autostart:

Damit RivaTuner auch jederzeit die richtigen Informationen zum Einstellen der Lüfter-Profile hat, muss man ein Programm namens „RivaTuner Statistics Server“ laufen lassen. Dazu öffnet
ihr das Programm welches sich im Ordner von RivaTuner befindet. Anschließend wird in eurer Taskleiste ein RivaTuner-Symbol mit einem grünen Pfeil auftauchen. Rechtsklickt darauf und klickt „Setup“. Hier macht ihr ganz oben bei „Server settings“ einen Haken bei „Run at Windows startup“.

Riva Tuner 7

Damit solltet ihr nun eine automatische Lüfterregelung programmiert haben, was manche Grafikkarten leider von selber nicht mitbringen. Eure Ohren und die Lebensdauer der Grafikkarte werden es euch danken.