Prozessor zu heiß? Kühler zu laut? Die CPU-Kühler von Intel sind nicht immer optimal für den Prozessor. Deshalb sollte man sich den Kauf eines neuen CPU-Kühlers von Drittanbietern durch den Kopf gehen lassen.

Die Anzahl der Kühler auf dem Markt ist groß. Der Großteil davon hat keine besonderen Schwierigkeiten, den Intel-Kühler zu übertreffen. Doch darf man sich auch nicht nur auf die Werbung der Hersteller verlassen.
In diesem Artikel möchte ich auf einige Punkte näher eingehen, die man beim Kauf eines solchen Gerätes nicht außer Acht lassen sollte.

1. Punkt – Leistung:

Einer der wichtigsten Punkte ist verständlicherweise die Leistung. Wenn der Kühler optimal kühlt, erhöht sich folgich die Lebensdauer der CPU bzw. ist es durchaus möglich die CPU zu übertakten. Zu beachten ist, dass je nach Prozessortyp, dieser mit anderen Temperaturen zurechtkommt. Die Maximalgrenze kann dabei von 60°C bis 70°C und höher reichen. Bestenfalls sollte die Temperatur weit unter dieser Grenze liegen, um einen stabilen Betrieb zu garantieren.

Eine Übersicht der Kühlleistung aktueller Kühler befindet sich unter anderem auf Tomshardware.com (Stand 2008) und Au-ja.de (Stand 2008) (Anmerkung: Bei Quadcores liegen die Temperaturen deutlich höher als bei Dualcores).

2. Punkt – Lautstärke:

Umso mehr Umdrehungen der aufsitzende Lüfter eines Kühlers hat, desto lauter ist dieser. Weiters sind 80mm Lüfter deutlich hörbarer als ihre Brüder mit 120mm. Allerdings sollte man auch darauf achten, dass der leiseste Kühlerlüfter keinen Nutzen trägt, wenn die Lüfter im Netzteil diesen sowieso locker übertönt.

Eine sehr gute Übersicht über die meisten aktuellen Produkte befindet sich abermals auf Tomshardware.com.

3. Punkt – Form:

Es werden zwei verschiedenen Formen von CPU-Kühlern hergestellt: Vertikal und Horizontal/Tower. Die Leistung ist bei beiden in etwa gleich gut, der Unterschied ist jedoch:

• Vertikale Kühler sitzen mit ihrem Lüfter direkt über der CPU. Der Vorteil dabei ist, dass auch die Prozessor-Umgebung gekühlt wird. Allerdings sollte dafür ein Loch an der Gehäusewand vorhanden sein.

• Horizontale bzw. Tower-Kühler transportieren die Hitze durch den Kühlkörper und blasen die Wärme dann bestenfalls direkt aus dem Gehäuse. Dadurch bilden sich keine Luftwirbel, sodass bei guter Lüftung alle Komponenten davon profitieren.

4. Punkt – Größe und Kompatibilität:

Vor allem Tower-Kühler sind vergleichsweise groß und vor allem hoch. Nicht jedes Gehäuse hat den nötigen Platz für so ein 15cm großes Unding. Daher gilt: ausmessen und nachforschen, ob der gewünschte Kühler überhaupt in das Gehäuse passt. Zudem sollten zwischen Kühler und Gehäusewand noch 1-2cm Platz sein.

Doch die Höhe ist nicht die einzige Sorge, die man haben sollte: Wenn die Transistoren oder der RAM-Speicher auf dem Mainboard in der unmittelbaren Nähe des CPU-Sockels platziert sind, kann es vorkommen, dass diese einen Einbau verhindern. Auf gar keinen Fall sollten Transistoren einfach zur Seite gebogen werden, da dies das Mainboard beschädigen kann. Folglich sind zuerst Erkundigen einzuholen, ob der Kühler mit dem eigenen Mainboard überhaupt kompatibel ist. Die beste Methode dazu ist es, den Namen des Motherboards aus CPU-Z auszulesen und bestenfalls auf der Herstellerseite des Kühlers mit einer Kompatibilitätsliste zu vergleichen.

5. Punkt – Gewicht:

Nicht zu vergessen ist das Gewicht des CPU-Kühlers. Dieses erreicht bei einigen Modellen bis zu 1 kg (bei Kühlern aus Kupfer liegt das Gewicht standardmäßig höher). Ein aktuelles Modell erreicht derzeit sogar 3 kg, was es kurioserweiser in der Praxis absolut unbrauchbar macht. Man bedenke, dass der Kühler am Mainboard „hängt“, wodurch es bei einem zu hohen Gewicht zum Verbiegen des Boards kommen kann (besonders beim Transport des PCs). Damit das nicht passiert, sollte ist ein etwas leichterer Kühler vorzuziehen, der optimalerweise maximal 700-800 Gram wiegen sollte.

6. Punkt – Montage:

Kühler werden mit unterschiedlichen Befestigungssystemen produziert. Vor allem bei höherem Gewicht und Tower-Kühlern ist ein Verschrauben mit dem Motherboard vorzuziehen. Zwar muss dieses deshalb ausgebaut werden, aber der Kühler sitzt dann folglich auch bombenfest auf seinem Platz und kühlt optimal.

Ein anderes System sind die für Intel-Sockel verwendeten Push-Pins. Bei diesen bleibt einem der Ausbau des Mainboards erspart, da dafür einfach nur 4 Pins festgedrückt werden müssen. Diese Einfachheit hat aber ihren Preis: Die Pins müssen mit sehr hohen Druck festgedrückt werden, sodass einerseits sich das Mainboard durchbiegt und andererseits dies auch noch fast unmöglich ist, da die Pins meistens durch den großen Kühlkörper kaum zu erreichen sind. Dadurch hält der Kühler nicht absolut fest, wodurch der Anpressdruck nicht hoch genug ist und sich daraus höhere Temperaturen ergeben. Einige Hersteller bieten deshalb aus Alternative Retention-Kits an, mit denen sich der Kühlkörper fest verschrauben lässt.

7. Punkt – Wärmeleitpaste:

Um kleine Unebenheiten zwischen Kühler und CPU auszugleichen, verwendet man Wärmeleitpaste oder Wärmeleitpads. Diese sollten optimalerweise beim Kauf eines neuen Prozessor-Kühlers dabei sein.

Bevor jedoch die Paste aufgetragen bzw. die Pads angebracht werden, muss die Oberfläche der CPU von den Rückständen des alten Kühlers bereinigt werden. Dazu verwendet man entweder ein speziell dafür produziertes Mittel oder ein selbstverdampfendes Reinigungsmittel (zb. Glasreiniger) und ein sauberes Tuch. Danach sollte man einige Minuten warten, damit die Rückstände verdampfen, bevor der Kühlkörper aufgesetzt wird.

Das Anwenden der Pads ist recht einfach, das der Paste allerdings nicht (dafür ist diese aber ein wenig effektiver). Hierzu nehme man zb. eine kleine Spachtel und verstreicht damit eine hauchdünne Schicht der Wärmeleitpaste. Außerdem sollte diese wirklich nur auf der Oberfläche der CPU landen, da es sonst zu Kurzschlüssen kommen kann.

Wenn man diese Punkte beachtet, sollte beim Kauf und der Montage eines neuen CPU-Kühlers nichts schiefgehen. Solltet ihr allerdings noch Fragen zu dem Thema haben, könnt ihr diese gerne in den Comments stellen.