Ein neuer PC muss ins Haus. Doch die Auswahl ist groß und die Bezeichnungen extrem verwirrend. Der Berater im Geschäft empfiehlt dabei natürlich meistens das teuerste Produkt, ohne dabei besonders auf die Wünsche des Kunden achten.

Gute Fachberatung ist heutzutage schwer zu finden. Nur noch wenige Geschäfte bieten ein kompentes Kundenservice. Besonders bei Elektrogroßmärkten ist dies eine Seltenheit. Deshalb wird es immer wichtiger sich vor dem Kauf selbst zu informieren.

Das wird einem allerdings dank den komplexen Zahlenbezeichnungen der Komponenten relativ schwer gemacht. Deshalb erkläre ich euch in diesem Tutorial worauf ihr bei einem PC-Kauf achten müsst, um nicht übers Ohr gehauen zu werden oder sofort den richtigen Computer online finden zu können.

1. Der Prozessor:

Eine schnelle CPU berechnet sämtliche Vorgänge auf dem PC und ist sowohl für Spiele als auch für andere Aufgaben unverzichtbar. Folgende Dinge sind dabei zu beachten:

Marke:
Für Prozessoren gibt es zwei erwähnenswerte Marken: AMD und Intel. Intel liefert meist ein bisschen leistungsstärkere CPUs, während teilweise AMD das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Intel war dank ihrer Core 2 Duo/Quad-Reihe in letzter Zeit die bessere Wahl für PCs. Allerdings hat AMD jetzt mit seiner neuen Phenom 2-Serie den Kampf um den leistungsstärksten Prozessor wieder aufgenommen, zumal die neue Intel Generation i7 noch extrem überteuert ist.

Anzahl der Kerne:
Für den Normalverbraucher relevant sind derzeit bis zu 4 Prozessorkerne. Ein Single-Core-Modell kann dabei nicht mehr mithalten. Mit 2 Kernen ist man dann schon eher auf der sicheren und leistungsstarken Seite. Zukunftsorientierter ist derzeit allerdings der Kauf eines Quadcores mit 4 Kernen. Da diese Technik bisher kaum bei Programmen genutzt wird, sondern nur 2 Kerne anstatt 4 verwendet werden, stecken noch viele Reserven darin. Es gibt zwar auch AMD-Prozessoren mit 3 Kernen, allerdings hat man dadurch auch weniger von den gennanten Reserven.

Modell:
Je höher die Zahl, desto besser. Besonders wichtig ist dabei die 2. Zahl, da diese die Leistung angibt. Ein Intel E4200 ist deshalb wesentlich schwächer als ein E8200, welcher wiederum schwächer als ein E8500 ist. Achtet hierbei darauf, dass Quad-Cores andere Bezeichnungen als Dual-Cores haben.

Die neusten Modelle aus der Intel Core 2-Reihe sind bei Dual-Cores aus der E8xxx-Reihe und bei Quad-Cores aus der Q9xxx-Reihe. Die Core i7-Reihe ist aufgrund der horrenden Preise um zu wenig Mehrleistung nicht zu empfehlen.

Bei AMD sind die gerade erschienenen Phenom II-Prozessoren zu empfehlen. Der Preis ist hier wesentlich fairer und die Leistung kommt beinahe an die Core i7-Reihe von Intel heran.

Leistung:
Neben den Kernen und Modellen ist auch die Leistung zu beachten. Dabei ist bei Dual-Core Rechnern alles um die 3 Ghz im High-End-Bereich. Bei Quad-Cores ist sogar noch mehr Spielraum nach unten. Daher ist für hohe Performance ein Dual-Core ab 2,66 Ghz und ein Quad-Core ab 2,4 Ghz zu empfehlen.

2. Die Grafikkarte:

Eine der wichtigsten Komponenten für Spieler und Grafikdesigner ist die Grafikkarte. Sie berechnet die Texturen, Schatten und vieles mehr.

Marke:
Hier gibt es wiederum die zwei empfehlenswerten Vertreter Nvidia und ATI/AMD (ATI und AMD haben fusioniert). Nvidia hatte seit einiger Zeit die Nase in Sachen Leistung vorn. Allerdings hat ATI jetzt mit seiner neuen Serie ein ebenbürtiges Angebot. Hierbei ist zu erwähnen, dass ATI derzeit ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, aber auch Nvidia seine Preise gesenkt hat.

Modell:
Wieder gilt: Höhere Zahl bedeutet mehr Leistung. Besonders hier ist auf die 2. Zahl zu achten. Während die Geforce 9300 eine Einsteigerkarte ist, welche nicht zum Spielen geeignet ist, bildet die Geforce 9600 die Mittelklasse. Die High-End-Spitze für Spieler befindet sich dann in diesem Beispiel unter den Geforce 9800-Modellen. Bei Geforce sind auch die Kürzel nach der Zahl zu beachten. GSO/GS bedeutet, dass dies die schwächste Karte der Reihe ist. GTS/GT ist schon relativ leistungsstark und GTX bzw. Ultra liefern die beste Performance.

Die neusten Modelle bei Geforce sind unter der GT2xx-Reihe zu finden. Die GT280, GT285 und GT295 sind hier die absolute Spitzenklasse. Sehr gute Leistung ist auch in der GT260 und Geforce 9800GTX+ zu finden. Diese bieten ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis, befinden sich aber dennoch im High-End-Segment.

Bei ATI ist derzeit die HD4870 das Flagschiff der Serie. Sie bietet Leistung zwischen einer Geforce GT260 und GT280 zu einem sehr günstigen Preis. Die HD4870x2 bietet hier sogar 2 dieser Grafikkarten-Kerne auf einer einzigen Platine, verbraucht allerdings extrem viel Strom und ist sehr teuer. Die HD4850 ist ebenfalls viel Leistung um wenig Geld, ist allerdings etwas schwächer als die fast ebenso günstige Geforce 9800GTX+.

ACHTUNG: Geforce hat vor kurzem ihre älteren Grafikkarten umbenannt. Hinter dem Namen G100, GT120 und GT130 befinden sich Karten, die nicht für aktuelle Spiele gedacht sind!

Leistung:
Die Leistung hängt voll und ganz vom Modell ab. Zudem ist die Taktung meistens nicht angeschrieben. Der Grafikspeicher sagt ebenfalls sehr wenig über die Performance aus. Eine Karte mit 1024 MB Speicher muss nicht schnell sein. Dieser nutzt gar nichts, wenn zwar alles in den Grafikspeicher geladen werden kann, die Karte aber trotzdem die Texturen und Grafikkarten nicht schnell genug berechnen kann. Deshalb reichen selbst 512MB für High-End Rechner völlig aus.

3. Der Arbeitsspeicher:

Damit Vorgänge schneller berechnet werden können, werden diese in den Arbeitsspeicher gezogen. Dabei ist dieser um ein vielfaches schneller als aktuelle Festplatten.

Größe:
Die normale Version von kann einen Speicherraum von 4 GB verwalten. Diese 4 GB müssen sich die Grafikkarte und der Arbeitsspeicher teilen, weshalb man zwar 2x 2 GB RAM-Riegel im PC haben kann, aber trotzdem meistens nur 3 GB genutzt werden können. Allerdings reicht dies derzeit noch locker für alle Programme und Spiele aus. Wer trotzdem mehr benötigt (z.B. beim Bearbeiten von Musik oder Grafiken) muss sich eine 64-Bit Version von Windows zulegen. Diese kann wesentlich mehr als 4 GB Speicherraum verwalten, benötigt jedoch auch etwas mehr Speicher und spezielle Treiber, die nicht überall angeboten werden.

Leistung:
Derzeit aktuell ist DDR2 und DDR3. Zweiteres ist derzeit aber noch ziemlich teuer und bietet kaum Mehrleistung gegenüber DDR2. Bei den Taktraten empfehle ich Speicher ab 800 Mhz zu verwenden, da diese auch besser für den Prozessor sind.

4. Marke:

Ebenfalls ein wichtiges Detail, ist die Marke des PCs. No-Name Billighersteller bauen oft minderwertige Komponenten ein, was dann zu geringerer Leistung und schlimmstenfalls zu Problemen mit dem Computer führen kann. Achtet deshalb darauf PCs von renommierten Marken wie z.B. Acer, HP und Sony zu kaufen.

Eigenmarken von Fachgeschäften sind auch sehr empfehlenswert, da man im Falle eines Problems, den PC sofort zum Service geben kann.

Der Rest wie etwa die Festplattengröße oder WLAN kann jedem selbst überlassen werden. Informiert euch bestenfalls auf Geizhals.at über die derzeitigen Preise und vergleicht dort die Komplettsystem-Angebote.

Also, viel Glück beim PC-Kauf!