Ja, man liest immer wieder davon: Diese unglaublichen kleine Änderungen in der Windows Registry oder im Betriebssystem, welche den PC unglaublich beschleunigen sollen. Die Wahrheit ist allerdings, dass diese Änderungen überhaupt nichts bringen, wenn nicht sogar die Leistung verschlechtern. Z.B. sind die Einstellungen oft schon standardmäßig optimiert oder die Tweaks in der Registry für andere Betriebssysteme.

Die Wahrheit über solche Tweaks sind HIER (auf Englisch) mit nachvollziehbaren Begründungen nachzulesen und ist SEHR zu empfehlen. Ihr könnt aber auch den dazugehörigen Artikel über Tweak-Mythen lesen.

Allerdings gibt es tatsächlich ein paar Tricks und Tweaks für Windows die funktionieren. Welche das sind, wird in diesem Artikel näher erläutert.

1. Tipp – Laufwerks-Indizierung ausschalten:

Damit die Windows-Suche zuletzt verwendete Dateien schneller findet, werden diese „indiziert“. Das bedeutet aber auch, dass zb. wenn ein Spiel eine Datei nachlädt, diese zugleich indiziert wird. Das kann zwischendurch zu Nachladerucklern führen oder Ladezeiten geringfügig erhöhen. Allerdings ist es kein Problem dies zu deaktivieren, falls man nicht gerade jemand ist, der andauernd nach seinen Dateien sucht. Außerdem ist die Suche ohne Indizierung immer noch schnell genug.

Um die Laufwerks-Indizierung zu deaktivieren, rechtsklickt einfach im Explorer auf die gewünschte Festplattenpartition und wählt „Eigenschaften“. Macht dann den Haken bei „Laufwerk für schnelle Dateisuche indizieren“ weg und bestätigt dann mit „OK“. Wenn ihr jetzt gefragt werdet, ob ihr diese Attribute bestätigen wollt, dann wählt „Änderungen für C:, Unterordner und Dateien übernehmen“.

Windows Tweaks

Keine Sorge wenn ihr jetzt ein Fenster seht, bei dem die Attribute für die Dateien und Ordner übernommen werden und der Fortschrittsbalken nicht voranschreitet. Das wird er nämlich nicht, sondern ist einfach nach 1-2 Minuten fertig. Falls die Attribute für ein paar Dateien nicht übernommen werden können, dann überspringt sie alle, denn das sind dann Systemdateien, die aus Sicherheitsgründen von solchen Änderungen ausgelassen werden.

2. Tipp – Regelmäßig defragmentieren:

Mit der Zeit fragmentiert jede Festplatte, egal welches Dateisystem (NTFS, FAT32, usw.) man verwendet. Deshalb ist es wichtig regelmäßig zu defragmentieren. Geht dazu auf „Start“ – Alle Programme – Zubehör – Systemprogramme – Defragmentierung. Wählt dann eine Festplatte aus und defragmentiert diese.

Zwar ist das Defragmentierungs-Programm von Windows nicht das schnellste und einstellungsreichste, aber es macht seine Arbeit. Wenn ihr lieber ein anderes Tool dafür verwenden wollt, könnt ihr euch Programme wie „O & O Defrag“ oder „Diskeeper“ (von welchem Windows XP eine abgespeckte Version verwendet) zulegen. Diese sind allerdings nicht kostenlos. Man kann aber einen Monat eine Testversion davon gratis ausprobieren

O&O Defrag Testversion

Diskeeper Testversion

3. Tipp – Windows Startzeit verkürzen:

Ihr werdet sehr wahrscheinlich schon bemerkt haben, dass wenn ihr beim Starten bereits auf dem Desktop seid, trotzdem noch einige Programme geladen werden. Diese Programme finden sich in der „msconfig“ von Windows. Einige davon sind allerdings unnötig z.B. jusched.exe oder der Adobe Gamma Loader. Um diese zu deaktivieren geht auf „Start“ und „Ausführen“ und gebt „msconfig“ ein. Daraufhin erscheint ein Fenster mit diversen Windows-Starteinstellungen. Geht auf den Reiter „Systemstart“ und entfernt bei den entsprechenden Dateien die Haken. Klickt dann auf „OK“ und startet neu. Wenn ihr neugestartet habt, wird sich ein Fenster öffnen, indem ihr gefragt werdet, ob ihr diese Programme beim Systemstart nicht mehr starten wollt. Um dies zu bestätigen macht einen Haken in das Kästchen und drückt „OK“.

Windows Tweaks 2

Wenn ihr wissen wollt, wozu die einzelnen Programme beim Systemstart benötigt werden, könnt ihr deren .exe HIER eingeben und zudem nachschauen, ob diese für Programme tatsächlich gebraucht und nicht deaktiviert werden sollten.

4. Tipp – Windows XP SP3 installieren:

Auch wenn ihr meint, bereits alle Updates mit Windows Update installiert zu haben und die Netzwerk-Neuerung nicht zu benötigen, zahlt es sich doch aus das Service Pack 3 zu installieren. Es sind nämlich auch Updates dabei, die es nicht über den Windows Update Dienst gibt, sondern nur extra vereinzelt auf der Microsoft-Download-Seite zu finden sind.

Unter anderem beschleunigt sich der Bootvorgang (das Durchlaufen des blauen Balkens beim Hochfahren) und erleichtert die Neuinstallation von Windows XP.

5. Tipp – Windows XP schneller herunterfahren:

Windows braucht immer ein bisschen beim Herunterfahren. Dies liegt meistens am Schließen von Diensten und Prozessen. Das ganze lässt sich aber ohne Probleme etwas beschleunigen. Ich habe deshalb eine .reg-Datei verfasst mit der diese Änderungen nach einer Bestätigung mit „Ja“ automatisch durchgeführt werden.

Die Änderungen sind:

[HKEY_LOCAL_MACHINESYSTEMCurrentControlSetControl]
„WaitToKillServiceTimeout“=“2000“ – Damit werden alle Dienste nach 2 Sekunden beendet, anstatt den üblichen 20 Sekunden.

[HKEY_CURRENT_USERControl PanelDesktop]
„AutoEndTasks“=“1“ – Damit werden laufende oder hängengebliebene Prozesse automatisch beendet. Programme wie Norton hängen sich zb. bei jedem Herunterfahren auf. Somit werden diese automatisch beendet.
„HungAppTimeout“=“2000“ – Damit werden hängengebliebene Programme und Prozesse nach 2 Sekunden beendet, anstatt nach 5 Sekunden.
„WaitToKillAppTimeout“=“2000“ – Damit werden alle Programme und Prozesse nach 2 Sekunden geschlossen, anstatt den üblichen 20 Sekunden.

Es besteht keine Gefahr bei den Änderungen. Sollte euch trotzdem etwas daran nicht passen, könnt ihr auch die Standard-Einstellung wieder mit dieser .reg-Datei aktivieren.

Soweit so gut. Es spricht allerdings nichts dagegen, dass dieser Artikel in Zukunft noch weiter wächst.