Das Auftragen von Wärmeleitpaste ist eindeutig einer der heikelsten Schritte bei der CPU-Kühler-Montage. Sie soll dafür sorgen, dass Unebenheiten für die optimale Hitzeübertragung ausgeglichen werden. Jedoch viele PC-Bastler sind sich nie ganz sicher, ob die Menge stimmt oder die Paste richtig verteilt wurde. Dies wird vor allem dadurch erschwert, dass sich die Auswirkungen der korrekten Vorgangsweise erst nach mehrer Tagen bzw. Wochen zeigt. Die Anzahl der Möglichkeiten die Wärmleitpaste aufzutragen ist fast ebenso zahlreich wie die Meinungen, welche zu diesem Thema existieren.

Ich habe im Laufe der Zeit prinzipiell zwei Methoden kennengelernt, die euch zur Auswahl stehen:

1. Einen Tropfen Wärmeleitpaste mit einer Plastikkarte auf dem Prozessor hauchdünn verstreichen:

Dies wird häufig in Magazinen vorgezeigt. Warum sie das machen, bleibt meistens ungeklärt. Natürlich wird dadurch die gesamte Chipoberfläche abgedeckt. Jedoch findet die tatsächliche Wärmeentwicklung in der Mitte des Chips, wo sich die Rechenkerne befinden, statt. Außerdem besteht die Gefahr, dass überschüssige Paste an der Kante des Prozessors die Kontakte verunreinigt und womöglich beschädigt.

Das eigentliche Problem ist aber besonders die Bläschenbildung, die bei dieser Methode auftritt. Sobald der Kühler mit Druck befestigt wird entstehen Luftblasen in der Paste. Dadurch ist der eigentlich Zweck, nämlich Unebenheiten auszugleichen, nicht mehr optimal gegeben.

2. Einen Tropfen Wärmeleitpaste in die Mitte des Prozessors platzieren, der durch den Druck des Kühlers verteilt wird:

Die meisten Meinungen beruhen darauf, dass diese Methode die eindeutig wirkungsvollere ist. Hierbei kommt es zu keiner Bläschenbildung, wodurch die Paste ihre Aufgabe perfekt erfüllen kann. Einziger Nachteil ist, dass nicht die ganze CPU abgedeckt wird, sondern bloß die Mitte. Diese ist aber der eigentliche Hitzepol, wie ich es im ersten Punkt bereits erklärt habe. Weiters ist es schwieriger die notwendige Menge der benötigten Leitpaste einzuschätzen.

Um euch diese zwei Herangehensweisen zu verbildlichen, empfehle ich euch diese beiden Videos anzusehen. Sie zeigen euch die beiden oben erwähnten Methoden, sowie die zahlreichen Unterarten die für die Zweite vorhanden sind:

Demnach ist besonders die Reiskorn- (Rice Grain) oder Pünktchen-Methode (Dot bzw. Pea) zu empfehlen. Sie decken die CPU optimal ab und es kommt zu keiner Bläschenbildung. Zudem erspart ihr euch das aufwändige Verstreichen der Verstreich-Methode (Spread).