Wie ich gerade auf „Der Softwareentwickler Blog“ lesen durfte, hat Microsoft einen neuen Namen für seine Metro Apps gefunden: Windows Store Apps.

Denn Anfang August wurde offiziell bestätigt, dass man aufgrund eines Streits mit einem europäischen Unternehmens (Gerüchte meinen es wäre die Metro AG) den Namen der Metro-Apps zurückziehen müsse. Nach langer Suche hat man für diese nun endlich mit Windows Store Apps einen Namen gefunden. Doch etwas missfällt mir mit der neuen Bezeichnung.

Der Name klingt zwar logisch, rückt aber meiner Meinung nach das zu sehr in den Mittelpunkt, was mir an Windows 8 am wenigsten gefällt: Den Windows Store. Das Problem ist, dass sich Microsoft mit dem Store viel zu sehr an Apple orientiert. So sind z.B. nur ganz bestimmte Programmiersprachen, APIs und Frameworks gestattet. Daher kein Java, kein OpenGL (daher auch kein Minecraft), kein XNA, usw. Folglich ist es größtenteils nur mehr möglich auf Windows-Rechnern für Windows entwickeln, ähnlich wie bei Apple. Das stellt bei der Verbreitung von Windows natürlich ein kleineres Problem dar, ist aber dennoch eine unwillkommene Einschränkung.

So ist mir im Rahmen eines von Microsoft organisierten Windows 8 Dev Wochenendes eines mehr als deutlich klar geworden: Den Spieleentwicklern und speziell den Indie-Entwicklern wird die Arbeit durch diese Einschränkungen erheblich erschwert, nur weil man hofft seinen eigenen Kopf durchzusetzen zu können. Aber gerade diese Entwicklergruppe sind einer der Hauptgründe, warum Windows so erfolgreich wurde und ist.

Man vergibt hier das Potenzial welches möglich gewesen wäre, wenn man das größtenteils offene Betriebssystem auf andere Plattformen wie etwa Tablets und Smartphones übertragen hätte. Denn gerade das ist es, was Microsoft so stark macht. Stattdessen versucht man lediglich ein besseres Apple zu sein. Vielleicht mangelt es einfach an Vertrauen gegenüber den Entwicklern, doch gerade Microsoft hat dazu absolut keinen Grund. Jüngstes Beispiel ist hierfür die Anzahl der Apps für Windows Phone 7 in Relation zum Marktanteil des mobilen Betriebssystems.

Ich wäre ja nur allzu gespannt, was passiert wäre, wenn man sich gegen einen als Monopol geführten Shop entschieden hätte. Wenn Steam, Desura oder der Entwickler selbst direkt die Möglichkeit hätten, ihre Apps zu vermarkten. Natürlich bin ich mir aber auch im Klaren, dass Microsoft an jeder verkauften App mitnaschen möchte. Ich bin jedoch der Meinung, dass es noch andere Optionen geben muss, wie nicht zuletzt das bisherige Microsoft-Geschäftmodell im PC-Bereich gezeigt hat, z.B. der Verkauf von Lizenzen, Entwickler-Accounts und eigenen Softwarelösungen (Office, MS SQL, usw.).

A new hope

Es liegt nun an den Entwicklern selbst, sich die angesprochene Offenheit zu bewahren bzw. zu verbreiten.

Einen guten Anfang macht das MonoGame-Projekt, welches das XNA-Framework auf andere Plattformen portiert und weiterentwickelt. Dabei ist besonders die seit kurzem verfügbare Portierung für Windows 8 sehr zu empfehlen. Einziger Nachteil ist, dass nach wie vor Visual Studio 2010 und das Windows Phone SDK für Windows 8 und die Verarbeitung der Ressourcen benötigt wird, da bis dato keine offizielle Portierung von XNA erschienen ist. Soviel ich aber weiß, wird bereits daran gearbeitet. Meine Hoffnungen liegen diesbezüglich auch beim Windows Phone 8 SDK.

Weiters hat Unity3D inzwischen offiziell die Unterstützung von Windows 8 und Windows Phone 8 angekündigt. Bei Unity3D handelt es sich um eine Multi-Plattform-Spieleengine die bisher besonders bei Indie-Entwicklern beliebt ist. Die sehr umfangreichen Grundfunktionalitäten der Engine sind kostenlos verwendbar. Für Flash-, Android- und iOS-Unterstützung sowie die Pro-Edition gilt es eine entsprechende Lizenz kostenpflichtig zu erwerben. Allerdings halten sich die Preise in Grenzen und zudem werden Vergünstigungen für z.B. Studenten angeboten.

Natürlich existieren noch viele weitere Projekte die darauf abzielen Frameworks, APIs und Programmiersprachen an die Vorgaben für den Windows Store anzupassen. Allerdings habe ich auch noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass sich Microsoft z.B. gegenüber OpenGL und bestimmten Frameworks öffnen wird.